{12 Letters Of Handmade Fashion} K wie Kleid

Endlich finde ich wieder Zeit, bei 12 Letters of Handmade Fashion teilzunehmen!
Wobei das auch nur so halb stimmt. Katha zog nämlich den Buchstaben K und ich habe da schon vor einiger Zeit ein Kleid genäht. Ein besonderes Kleid. Eines, mit dem ich bereits auf drei Hochzeiten eine ganze Nacht lang durchgetanzt habe.
Und ich habe es noch nicht geschafft, dieses Kleid auf dem Blog zu zeigen. Was auch schlicht und einfach daran lag, dass ich einfach nicht wusste, wie ich es gut in Szene setzen kann. Jetzt habe ich mich spontan entschieden: Ich zeige euch einfach die Realität. Wie ich mit diesem Kleid die Tanzfläche unsicher gemacht habe!

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Come on, let’s twist again like we did last summer …

Seit die Einladungen zu Hochzeiten sich häufen, hatte ich die Idee im Kopf, mir mal ein schönes zum Anlass passendes Kleid zu nähen. Doppellagig mit Spitze. Das Unterkleid etwas kürzer, das Spitzenüberkleid etwas länger. Trotzdem nur maximal knielang, ich bin kein Freund von langen Kleidern. Lange blieb das aber eine reine Idee, die Hochzeitstermine waren schließlich noch ein bisschen hin. Und wie immer wurde es dann auf den letzten Drücker vor der ersten Feier fertig!

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Mitten aus der Feier gegriffen :)

Und dazu ein paar Näh-Fakten: Schnitt ist das Lady Skater Dress von Kitschy Coo. Ich habe die Teilung in der Taille allerdings bestimmt um 5 cm angehoben. Genau weiß ich es nicht mehr, aber die Teilung saß bei mir fast auf der Hüfte, was einfach nicht gut aussah. Ich vermute, der Schnitt ist einfach auf eine größere Körperlänge ausgelegt.
Für das Unterkleid habe ich dann auch etwa 10 cm von der Rocklänge weggenommen und das Oberteil gerade über der Brust abgeschnitten.
Da ich keine perfekte dehnbare Spitze gefunden habe, musste ich seitlich einen nahtverdeckten Reißverschluss einarbeiten. Leider hat der keine besonders gute Qualität und hakt beim Zuziehen, das ärgert mich ein bisschen. Aber normalerweise muss man den ja nur einmal am Abend schließen. 😉

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Perfekt getroffen, um mal einen Blick auf den seitlich eingearbeiteten Reißverschluss zu werfen ;)

Für die Ärmel habe ich mich an Fredis Anleitung für die Tulpenärmel bedient. Ganz ohne Ärmel wollte ich nicht und normale Ärmel waren mir zu sportlich. So war dies die perfekte Lösung!

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Beim Polka bin ich die erste auf der Tanzfläche! Das macht einfach so viel Spaß!

Das Kleid ist wirklich super bequem und sitzt perfekt. Ich habe es auf allen drei Feiern sehr gern getragen und mich sehr wohl damit gefühlt. Und solange ich keine Idee für ein zweites festliches Kleid habe, werde es auch immer wieder aus dem Schrank holen 🙂

Ich hoffe, euch gefallen auch diese Fotos der etwas anderen Art heute 😉
Und weil dieses Kleid auch gut zur DIY-your-Closet-Aktion (ebenfalls bei Katha) passt, verlinke ich mich dort auch gerne noch!

Ich wünsche euch eine schöne herbstliche Woche! 🙂

{genäht} Jacken-Sew-Along Teil 2

Der Sew-Along stellt mich echt vor neue Näh-Herausforderungen. Zum ersten Mal in meinem Leben nähe ich vor dem „richtigen“ Teil ein Teil aus Probestoff. Ich weiß nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin. Ich schätze, ich hatte einfach sehr viel Respekt vor dem ganzen Projekt, sodass ich dieses Mal unbedingt alles richtig machen wollte.
Und ich kann nur sagen: Zum Glück sitze ich gerade nur an dem Probeteil!

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Aber der Reihe nach: Fakt ist, ich komme gut voran. Ich arbeite mich nach und nach durch. Immer wenn ich nach der Arbeit ein bisschen Zeit habe. Das ist ziemlich neu für mich. Ich bin sonst eher so der Schnellnäher. Mal ne Stunde für ein Kimono Tee. Oder höchstens mal nen ganzen Samstag für ne Jeans oder ne aufwendige Tasche.
Aber irgendwie ist so ein großes Projekt auch mal schön.
Mein Probestoff ist ein dunkelgrauer Jeansstoff vom Stoffmarkt. Der sollte mal für eine Hose sein, aber irgendwie mag ich gerade keine Hosen nähen. Also perfekt für ein Jackenprobemodell, dass ich vielleicht sogar wirklich tragen werde, wenn es gut wird.

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Welche Schnittänderungen hast du vorgenommen?

Bisher keine, da es beim Nachmessen alles ganz gut passte. Wie gesagt bin ich gerade an einer Probejacke dran. Wenn die fertig ist, werde ich schauen, ob ich evtl. irgendwo verlängern oder kürzen muss.

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Gibt es Hürden?

Ja! Ich arbeite mich wirklich kleinschrittig vor und muss hin und wieder einen Begriff googlen. Gerade eben habe ich die Ärmel eingehalten eigesetzt. Das war ein bisschen kniffelig, aber der Jeansstoff war ganz dankbar, weil ein bisschen dehnbar. Hat für meinen Anspruch ganz gut geklappt, nur ein paar Minifältchen sind drin.
Bis dahin hatet mit der Schlitz im Ärmel einige Nerven gekostet. Bis ich da verstanden habe, was die Schlitzzugabe, der Schlitzuntertritt, der Besatzumbruch usw. genau ist, sind ein paar Abende ins Land gezogen… Puh! Aber jetzt hab ich es! Und darauf bin ich schon ein bisschen stolz!
Jetzt geht es erstmal an die Innenjacke, also das Futter. Da muss ich mich erstmal nach einem Probetoff umsehen.
Mal sehen, wie weit ich bis zum nächsten Sew-Along-Treffen damit komme!

Kommt gut durch diese Woche und genießt den Restsommer!

{genäht} Sew Along September!

So richtig ausgiebig und entspannt habe ich schon lange nicht mehr an der Nähmaschine gesessen. Das wird sich im September wieder ändern, denn ich nehme an zwei frisch gestarteten Sew Alongs teil!

Tüt ruft zum Pyjama-Nähen aus, die Idee fand ich so witzig, dass ich sehr gerne mitmachen möchte. Ich habe ein paar schöne gekaufte Nachthemden, aber ein tolles zusammenpassendes Pyjama-Set habe ich wirklich gar nicht. Perfekte Chance also, das mal zu ändern! 🙂
Ich möchte dieses Projekt gerne dazu nutzen, vorhandene Stoffvorräte abzubauen. Beim Blick ins Regal, wusste ich dann sofort, welchen Stoff ich verarbeiten möchte. Aus einer Kooperation mit www.originellefotogeschenke.de stammt noch dieser weiche Jersey mit Logo-Print meiner Lieblingsjungs von Fünf vor der Ehe. Leider habe die Logos etwas zu groß auf den Stoff drucken lassen, sodass die Ränder ziemlich verpixelt sind. Naja, das hat mich leider daran gehindert, den Stoff wie geplant zu einem T-Shirt für Konzerttage zu verarbeiten. Aber bei Nachtkleidung kann ich da gut ein Auge zudrücken. 😉
Einen passenden Schnitt hab ich auch schon hier: Ich möchte mich gerne mal an einem Jumpsuit versuchen! Im Urlaub hatte ich einen mit und ihn gern getragen. Für den normalen Alltag ist das aber eher nichts für mich, denke ich. Aber so als Schlafkleidung? Die Idee gefällt mir. Und hab habe mich direkt für den Jumpsuit „Joy“ von Pattydoo entschieden. Oben Top, unten Shorts. Mal sehen, wie das wird!

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Bei Elle Puls dreht sich alles um Jacken. In meinen Kopf schwirrt ja schon länger die Idee, eine tolle (Kunst-)Lederjacke zu nähen. Mit abgesteppter Schulterpasse, Reißverschlüssen in den Ärmeln, kleinem Stehkragen. Etwa in der Taille endend und einem geraden Reißverschluss. Ich hatte da ziemlich genaue Vorstellungen, weshalb ich mich bisher nicht getraut habe, dieses Projekt mal zu konkretisieren. Aber jetzt!
Nachdem ich gestern im Stoffladen war und ein ganz tolles dunkelblaues Lederimitat gesehen habe, musste ich zuschlagen! Reißverschlüsse habe ich dann dort sofort auch bestellt und nun warte ich ganz hibbelig auf den Anruf, dass ich sie abholen kann 🙂
Ein perfektes Schnittmuster habe ich nach ewig langem Suchen auch endlich gefunden. Bei Burda. Eine Kurzjacke mit geradem Reißverschuss, kleinem Stehkragen und Taschen. An den Ärmeln gibt es Knöpfe anstatt Reißverschlüsse, aber diesen Kompromiss gehe ich ein, da ich die Jacke ansonsten sehr schön finde. Besonders die einzelnen Schnittteile, die der Jacke einen besonderen Look geben. Und es ist ein Futter vorgesehen, das finde ich auch super!

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Da ich im Moment wieder viel für die Schule vorarbeiten muss, habe ich beide Schnittmuster zwar schon gedruckt, aber noch nicht geklebt und ausgeschnitten. Mehr kann ich also noch nicht zeigen. Aber ich hab schon richtig Lust auf diese beiden Projekte! 🙂

Habt noch ein schönes Restwochenende!

{geschrieben} Wie mein Blog zu seinem Namen kam.

Als Selmin letztens einen tollen Post zu ihrem 4. Blog-Geburtstag geschrieben hat, fiel mir auf: Oh, mein Blog wird ja auch schon vier! Da habe ich nochmal genauer nachgeschaut: Bananenmarmelade ist nur 5 Tage älter als Tweed and Greet!
Als Selmin dann ein paar Tage später noch einen Beitrag dazu veröffentlichte, wie sie eigentlich zu ihrem Namen kam, hatte ich sofort Lust, das auch zu machen. Also mich über meinen 4. Geburtstag zu freuen und ein bisschen aus dem Namens-Nähkästchen zu plaudern.

Am 28. Juli 2012, mitten in dem Sommer, in dem ich mich eigentlich auf meine Masterprüfung im September vorbereiten sollte, eröffnete ich bei Blogger.com einen Blog und schrieb meinen ersten Beitrag. Wie man an dem Titel erkennen kann, hieß der Blog am Anfang von „Bananenmarmelade im Bauwagen“. Das Ergebnis wirklich tagelanger Überlegungen. Ich wollte etwas perfektes. Das mich inhaltlich nicht einschränkt, da ich noch nicht so richtig wusste, was der Schwerpunkt werden würde. Etwas das persönlich ist, aber nicht zu privat. Es sollte um mich gehen und um’s Selbermachen. Das war klar. So kam ich irgendwann ganz plötzlich auf „Bananenmarmelade im Bauwagen“.

Bananenmarmelade steht dafür, dass ich schon damit aufgewachsen bin, bestimmte Sachen selber zu machen. Schon immer wird in unserer Familie gemeinsam Marmelade gekocht. Besonders Bananenmarmelade. Die gab es immer nur bei uns. Bananenmarmelade bedeutet für mich quasi, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen. Es gemeinsam zu tun, sich darüber auszutauschen und anderen zu zeigen, wie es geht. Nicht nur das Marmelade kochen, sondern auch das Kleider nähen, Kuchen backen oder Kleinigkeiten basteln. Selbermachen eben. 🙂

Der Bauwagen stand für den besonderen Ausgangspunkt vieler Selbermach-Ideen in meiner Kindheit: Peter Lustig. Wie er mich inspiriert hat, habe ich hier in einen Brief an ihn geschrieben. Der Bauwagen war anfangs sogar in meinem Header vertreten, er war quasi mein Logo und mein Markenzeichen. (Gibt es eigentlich noch Leser, die meinen selbstgemalten Bauwagen-Header noch kennen? Meldet euch doch mal, das würde mich mal interessieren! 🙂 )

So perfekt ich den Namen am Anfang fand, so schnell ging er mir auch schon auf die Nerven. Viel zu lang, blöd zu tippen und irgendwie einfach zu lang. Da hab ich ihn einfach abgeschnitten. Bananenmarmelade ist geblieben.
Kurz hatte ich überlegt, mir einen ganz neuen Namen zu geben. Vielleicht doch etwas, was sofort sagt, dass das hier ein Nähblog ist. Aber es ist ja auch nicht nur ein Nähblog. Sondern z.B. auch ein Foodblog. Und: dieser Name, Bananenmarmelade, war gefühlt schon so sehr an das Projekt „Blog“ gebunden, dass ich das irgendwie nicht konnte.
Ein Wort, bei dem man zweimal hinguckt, und das man sich merkt.
Das bin ich. Das ist mein DIY-Blog. Mein Selbermacher-Gen.

Seit gut zwei Jahren mache ich mir also überhaupt keine Gedanken mehr über meinen Namen. So heißt mein Blog einfach. Und ich finde das gut 🙂
Eigentlich freue ich mich aber auch, wenn mich Freunde oder auch fremde Leser nach der Bedeutung meines eher ungewöhnlichen Blognamens fragen. Dann erkläre ich es ihnen gern. Ich mag es, dass mein Name einen Hintergrund hat.
Wie langweilig wäre doch das (Blogger-)Leben, wenn mein Blog einfach „Kathas Nähstube“ heißen würde; nicht wahr?! 😉

Ich fühle mich irgendwie angekommen mit meinem Blog – fühle mich wohl dort. Es darf gern noch vieles passieren, ich denke, ich werde noch viele Jahre hier verbringen und viele Dinge entwickeln sich mit der Zeit bestimmt noch weiter. Aber es wird sicher immer bei „Bananenmarmelade“ bleiben 🙂

Danke Selmin, für die Inspiration zu diesem Post!

Habt alle ein wunderschönes Wochenende und genießt die Sonne!

{Diskussion} E-Books – Was ich davon halte und wie ich mich durch den übersättigten Markt wühle.

Anfang des Jahres startete ich eine neue Kategorie auf dem Blog. Die Diskussion. Der erste Beitrag drehte sich im Januar um das Thema Individualität beim (Näh-)Bloggen. Seitdem schwirren mir viele Themen durch den Kopf. Schnittmuster, Stoffqualitäten, Nähgewohnheiten, Hobby vs. Beruf, Blogger-Näh-Freundschaften, allgemein die Nähbloggercommunity, Kommentare schreiben, Blogfaul werden… Über all das würde ich gerne schreiben. Irgendwann. Wenn ich den roten Faden finde, den ich bei solchen Beträgen sehr wichtig finde.

Mit einer Sache habe ich mich in letzter Zeit wieder sehr intensiv beschäftigt.

Deshalb Thema heute: E-Books. Schnittmuster inkl. Anleitung für Kleidungsstücke.

Meine Klamotten-Näh-Karriere begann etwa 2011 mit Burda-Schnitten. Ich kaufte damals einfach die aktuelle Zeitschrift und wählte ein paar Schnittmuster aus, die ich abzeichnete und ein paar Kleidungsstücke zum Üben nähte. Viele davon sind nie auf dem Blog, geschweige denn im Schrank gelandet.
Ich wusste, dass man im Stoffladen auch einzelne Schnittmuster kaufen konnte, das war mir als Student aber immer zu teuer. In der Burda habe ich für knapp zehn Euro ja über ein Dutzend Schnittmuster bekommen und nicht nur ein einziges. Von E-Books hatte ich zu der Zeit noch keine Ahnung.

Mein erstes E-Book
Erst als ich eine Weile später mit dem Bloggen begann, stieß ich immer öfter auf die digitalen und sofort verfügbaren Schnittmuster inklusive sehr ausführlicher Fotoanleitung. Bis ich mich dann aber traute, ein sogenanntes „E-Book“ zu kaufen, vergingen noch ein paar Monate voller Recherchen und Vergleiche. Dann entschied ich mich für die „Martha“ von Milchmonster. Das ist jetzt etwa zweieinhalb Jahre her, ich bereue diesen Kauf bis heute keine Sekunde und habe schon viele viele Modelle nach diesem Schnitt genäht. Auch wenn ich den Schritt nach und nach an meine Bedürfnisse angepasst habe.

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Drei Marthas aus dem letzten Herbst

Was können sie eigentlich – die E-Books?
Ein E-Book bietet für mich auf den ersten Blick einige Vorteile gegenüber einem Papierschnitt.
1. Ich kann es online kaufen, auch mitten in der Nacht, und sofort ausdrucken und zusammenkleben. Um ein Papierschnitt zu bekommen, muss ich entweder in die Stadt fahren oder ein paar Tage Postversand mit einkalkulieren.
2. Ich kann die Datei mehrmals runterladen und theoretisch immer wieder neu ausdrucken, falls ich das Schnittmuster verlege, aus Versehen kaputt mache oder ähnliches. Kleben und ausschneiden sind für mich im Vergleich (obwohl ich es auch unten als Nachteil aufgelistet habe) nicht so ätzend wie das Kopieren eines Schnitts.
3. Viele E-Books gibt es zum unschlagbar günstigen Preis, ich habe bisher Preise zwischen 2,00 Euro und 7,90 Euro bezahlt.
4. Ich kann bei Anbietern aus aller Welt bestellen, ohne dass sich Versandpreise erhöhen oder Lieferzeiten verlängern.

Ja, und die Nachteile?
1. Das Ausdrucken und Zusammenkleben nervt schon ein bisschen, besonders bei größeren Schnittteilen. Ich mach das immer in Ruhe vor dem Fernseher auf dem Wohnzimmerboden. Aber wenn man nicht viel Platz, Zeit oder Muße dazu hat, ist der Nachteil nicht zu verachten…
2. Damit hängt zusammen: Unabdinglich sind ein Drucker, Papier, Schere und Kleber. Wenn gerade die Druckerpatronen leer ist oder die Schere unauffindbar, kann ich nicht loslegen. (Obwohl man ja auch zum Kopieren von Papierschnitten bestimmte Hilfsmittel braucht. Ist also so gesehen, nicht wirklich ein Nachteil es E-Books…oder?)

Raglankleid "Toni" von Milchmonster

Raglankleid „Toni“ von Milchmonster

Und worin sehe ich jetzt das Problem?
Wenn ich mir diese Auflistung so anschaue, überwiegen die Vorteile doch stark. Aber wenn ich nicht trotzdem irgendwo einen Haken sehe, hätte ich diesem Thema keinen Diskussionsraum gegeben. Das Problem liegt meiner Meinung nach darin, dass der E-Book-Markt völlig übersättigt und unüberschaubar ist. Ich habe gerade aus reiner Neugier mal das Wort „E-Book“ in die DaWanda-Suche eingegeben: 18513 Ergebnisse! Makerist hat auch über 3000 Nähanleitungen auf der Liste.
Es gibt mittlerweile viele Menschen, die E-Books veröffentlichen, die viel zu wenig durchdacht und auf keiner guten Grundlage entstanden sind. Ich bin da leider schon selbst auf ein paar reingefallen: Da ist die Kapuze viel zu groß und schwer für den Rest der Jacke, die Hose ist vorne und hinten symmetrisch aufgebaut, sodass sie am Po überhaupt nicht passt, Teilungen oder Abnäher sitzen an unvorteilhaften Stellen oder die Schnitte fallen mehr als eine Größe kleiner/größer aus als normal. Manchmal fehlen Maßtabellen, Materialempfehlungen oder die Angabe, ob die Nahtzugabe im Schnitt enthalten ist.
Ganz ehrlich: Sowas ist enttäuschend und frustriert. Besonders als Anfänger, da merkte ich auch nicht gleich, dass ich nicht ICH das Problem an der Sache war… Ich saß mehr als einmal vor einem fertigen Kleidungsstück, was direkt danach mitsamt des Schnittmusters in die Tonne wanderte.
Warum ist das so?
Ich vermute, weil es nach außen hin so einfach scheint, ein E-Book zu erstellen und damit Geld zu verdienen. Man braucht kaum Ressourcen und keinen Lagerplatz. Überspitzt gesagt, braucht man eine Idee (muss nicht mal komplett auf dem eigenen Mist gewachsen sein, das Rad kann man ja auch nicht neu erfinden), zeichnet frei Hand ein Schnittmuster, näht sich dann ein paar Probeexemplare und schreibt dann alles schön ordentlich in ein pdf-Dokument. Paar Fotos dazu, fertig! Kann eigentlich jeder, oder?
Nein. Eben nicht. Und das stört mich so!
Es gibt Berufe, die nennen sich z.B. Maßschneider, Schnitt- und Fertigungsdirektrice oder Modedesigner. In Ausbildung und Studium lernt man dort, wie das alles funktioniert mit so einem Schnittmuster, wann es gut sitzt, wie man es anpasst und wie man verschiedene Größen erstellt. PunktDas lass ich jetzt mal so stehen. Ich hab da nämlich auch nicht wirklich Ahnung und will hier kein gefährliches Halbwissen verbreiten. 😉

Meine erste "Ginger" von Closet Case Patterns

Meine erste „Ginger“ von Closet Case Patterns

Die Sache ist: Der Markt vergrößert sich dadurch ständig. Es wird alles zu viel. Zu unübersichtlich. Es machte keinen Spaß mehr, sich durch tausende T-Shirts, Leggins und Kapuzenpullis zu wühlen. (Bei Kinderkleidung soll es noch schlimmer sein, hab ich mir sagen lassen. Hab dann mal kurz bei Makerist nach „Pumphose“ gesucht: Knapp 250 Treffer. Wie soll man sich da entscheiden?!)

Woher weiß ich verdammt noch mal, welches Schnittmuster gut ist? 
Mit meinem ersten Kauf damals hatte ich wohl einfach Glück: Ich habe festgestellt, dass die Schnitte von Milchmonster außergewöhnlich gut zu mir passen. Sie sitzen einfach. Ohne Anpassungen und ohne Nachmessen. Ich habe also nach und nach weitere Schnitte dort gekauft: Leggins „Beinkleid“, Kleid mit Raglanärmeln „Toni“ und Bluse „Dolores“. Das Top „Lupita“ steht noch auf der Beobachtungsliste.

Nebenbei habe ich weiter nach guten Herstellern gesucht. Dazu habe ich viel auf den Nähblogs quer gelesen, die schon seit Jahren in meinem Reader sind. Teilweise auch auf neu entdeckten, wenn mir der Stil und die Art und Weise des Nähens sympatisch war. Habe auf diesen Blogs nach Empfehlungen und auch kritischen Stimmen gesucht. So entstand für mich nach und nach eine Art „Kriterienkatalog“, der mir bei meiner Schnittmuster-Suche hilft. Das ist sicher alles andere als professionell und auf gar keinen Fall die beste und einzige Methode. Aber ich achte auf folgende Dinge:

  • Zuerst schau ich mir den Internetauftritt/Onlineshop an. Wie schaut das gesamte Angebot aus, wie sind die Fotos und die Beschreibungen der einzelnen Schnitte? Ich schaue auch gern nach „Über mich“-Seiten, sodass ich mehr über das Unternehmen und den Kopf dahinter erfahren kann. Wenn das alles komplett,rund und professionell auf mich wirkt, schaue ich weiter.
  • Dann schaue ich direkt bei dem Schnitt der mich interessiert: Gibt es VOR dem Kauf eine Maßtabelle, Stoffempfehlungen, Stoffverbrauch, Schnittvarianten u.ä. zu lesen? Je mehr ich schon vorher erfahren kann, umso mehr Enttäuschungen erspare ich mir.
  • Was ich gelernt habe: Eine technische Zeichnung zeugt von gutem Handwerk. Also achte ich da auch drauf. Und ich muss sagen, ich mag diese technischen Zeichnungen, weil sie mir den Schnitt mal komplett ohne Schnickschnack genauso zeigt, wie er ist. Wo verlaufen Nähte, wie sind die Proportionen, welche Details gibt es?
  • Dann schau ich mir die Fotos an, die dabei sind und google nach weiteren genähten Modellen. Wie fällt der Schnitt aus, wie sitzt er, wo wirft er vielleicht Falten oder wirkt unvorteilhaft?
  • Ja, und dann gibt es nur noch eins: Gucken, welche Punkte der gewünschte Schnitt erfüllt. Und dann aufs Bauchgefühl hören, ob ich ihn kaufen mag oder lieber die Finger davon lasse 😉

So bin ich z.B. auf Pattydoo gestoßen. Auch hier besitze ich mehrere Schnitte, die ich für gut befunden haben und die ich viel und gern nähe. Seit meinen Jeans-Recherchen kenne ich Closet Case Patterns. Die Jeans ist super, ich liebäugel seitdem mit dem Bikini-Schnittmuster. Auch bei Schnittchen werde ich definitiv nochmal bestellen.

Wer gerne mehr zum Thema lesen möchte, schaut mal bei Katrin, die Gedanken über das Probenähen äußert, oder bei Katharina, die zu der Martha ganz anders steht als ich. Lesenswert sind auch die Kommentare unter den beiden Posts! Viel Spaß dabei! 🙂

Und nun würde ich gerne eure Meinung wissen!
Kauft ihr gerne E-Books? Findet ihr die Suche nach Schnitten mit guter Passform auch so schwer? Was macht ihr mit Schnittmustern, die ein Reinfall waren? Welchen guten Herstellern vertraut ihr und welche würdet ihr uneingeschränkt weiterempfehlen?