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Lunchbox: Bubble Tea selbermachen

Im Sommer 2012 war Bubble Tea für mich das absolut Größte! Ich konnte an keinem Bubble-Tea-Laden vorbeigehen ohne mir einen Milk Tea zu kaufen. Die Schlangen an den Kassen waren endlos, aus allen Plastikbechern blinkte es pink, gelb und grün. Jeder Jugendliche der Stadt, so schien es, stürmte täglich die Läden.
Da ich mich allgemein für die asiatische (bes. japanische) Küche interessiere, war Bubble Tea mir schon vor dem großen Hype bekannt. Das Getränk stammt aus Taiwan, dort existiert es etwa seit den 80er Jahren. Der Name „Bubble Tea“ bezeichnet dort einen schwarzen Tee mit aufgeschäumter Milch. Die Bubbles sind also die Luftblasen des Milchschaums und nicht, wie oft angenommen, die bunten Perlen, die darin rumschwimmen. Die kamen erst später hinzu. Um den schwarzen Tee auch Kindern schmackhaft zu machen, wurden dem Bubble Tea Tapioka-Perlen hinzugefügt. Diese in Sirup eingelegten Perlen aus Tapioka-Stärke (zu vergleichen mit unserer Karoffelstärke) sind in Asien eine bekannte Süßigkeit, die auch zu anderen Süßspeisen wie Pudding oder Eis gegessen wird.
Diese Art des Bubble Teas kann man sozusagen als „ursprünglich“ bezeichen: schwarzer Tee, Milch, Tapiokaperlen. Erst nach und nach entwickelten sich dann die „bunten“ Geschmacksrichtungen. Die „Popping Bobas“, also die Fruchtperlen, die man im Mund mit der Zunge zerplatzen lassen kann, sind in der Molekularküche entwickelt worden. (Hierbei geht es um eine besondere Zubereitungsart von Speisen und Getränken durch chemische und biochemische Prozesse.)
Ich hatte schon immer Interesse daran, mal einen Bubble Tea zu probieren und habe mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass in meiner Stadt ein Laden eröffnet. Schade ist nur, wie sehr das Getränk an den Pranger gestellt wird. Zum einen wird es hochgelobt in den Himmel und als neues Kult-Getränk angepriesen, zum anderen jagt ein Horrorbericht über Zucker, Kalorien und krebserregende Stoffe den nächsten. Hm. Mittlerweile ist dieser Hype ja sehr abgeflaut, die Läden hier in meiner Stadt sind wie leergefegt.< Mir soll's egal sein, ich bin dankbar, dass ich dadurch "echten" Bubble Tea probieren konnte und trinke es weiterhin fröhlich. Warm und kalt übrigens. :) Und weil das auf Dauer sehr teuer ist, habe ich irgendwann angefangen, alles selbst zu machen. Für den Tee brauchst du logischerweise: * schwarzen Tee (oder auch grünen oder eine Chai-Mischung, ich trinke mittlerweile am liebsten grünen) * Milch * evtl. Eiswürfel

Aus dem Tee stellst du ein Konzentrat her. Ich nehme immer 3 Teebeutel auf  300ml und lass das ganze gut 10 Minuten ziehen und stelle es kalt. Dann gebe ich etwa 1/3 Tee und 2/3 Milch in einen Shaker und schüttle :D Fertig ist der Tee.

Die Tapiokaperlen kann man in gut sortierten Asialäden kaufen. Ich stelle allerdings auch diese selbst her.
Dafür braucht man:
* Tapiokastärke aus dem Asia-Laden
* Zuckerkulör bzw. braune Lebensmittelfarbe
* kochendes Wasser

Im Verhältnis 2 Teile Stärke zu 1 Teil Wasser werden diese beiden Zutaten und die Lebensmittelfarbe zu einem festen Klumpen verknetet (Vorsicht heiß!). Das hat dann so in etwa die Konsistenz von Modelliermasse. Daraus formt man dann erbsengroße Kügelchen.
Diese müssen nun gekocht werden. Dazu einen Topf mit Wasser aufsetzen und, sobald das Wasser sprudelnd kocht, die Kügelchen hineingeben. Während des Kochens werden sie klar und dunkel. Nach etwa 10 Minuten kann man mal eine Perle rausfischen und durchschneiden. Wenn kein weißer Mehlkern mehr zu sehen ist, sind die Perlen fertig. Ansonsten noch ein bisschen weiter kochen.
Die fertigen Perlen können sofort verwendet werden. Zur Aufbewahrung sollten die Perlen in Sirup eingelegt werden, damit sie nicht alle aneinanderkleben und man nur noch eine große Kugel hat :D Wenn die Perlen nach ein paar Tagen im Inneren wieder hart geworden sind, einfach nochmal aufkochen.

In ein großes Glas Tee gebe ich meist 2 EL Perlen. Aber das kann man nach Geschmack natürlich variieren.

Sagt man besser „Guten Appetit“ oder „Prost“? :D

6 Kommentare

  1. Sehr interessant dein Bericht, ohne diese „Ekelperlen“ könnt ich mir direkt vorstellen es mal auszutesten ;-)
    Ich denke in Verruf ist dieses Getränk auch gekommen,weil kleine Kinder an den Kugeln, die sie über den dicken Trinkhalm eingezogen haben, erstickt sind.

    LG Claudia

  2. Ich muss zugeben, dass ich eigentlich gar kein Bubbletea-Fan bin, jedoch würde ich dein Rezept gerne mal ohne diese Kügelchen ausprobieren :-) Ich mag das Gefühl nicht wenn die Dinger dann im Mund platzen! :-D

    liebste Grüße
    feel-unbelieveable.blogspot.com

  3. Danke für das coole Rezept. Ich bin persönlich auch nicht so für bubble-tea. Aber an der aber kann ich das mal Super mit Jugendlichen machen. D sind auch bubble-smoothies ziemlich in. Vielleicht ist das auch was für dich. Liebe Grüße jule

    • Bubble-Smoothies? Hm… kann ich mich grad gar nicht vorstellen, die Tapiokaperlen in einen Smoothie zu schmeißen, aber vllt ist es einen Versuch wert :)

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