#myspringessentials oder mein neu entdeckter Minimalismus

Es geht um. Auf vielen Blogs, die ich aktuell gern lese. Die Stichworte essentials, capsule wardrobe, minimalism, Kaufverzicht, Ausmisten etc.pp. schwirren deshalb bereits seit Tagen durch meinen Kopf. Sie sind einfach überall und jetzt hat es mich auch gepackt.

Worum geht’s genau? Es geht darum, sich für eine Saison (in diesem Fall Frühling) eine „vernetzte“ Garderobe zusammenzustellen, bei der sich so gut wie alle Teile miteinander kombinieren lassen. Diese Garderobe soll aus etwa 35 Teilen bestehen, inklusive Accessoires und teilweise auch inklusive Schuhe. Weniger Stress morgens vor dem Kleiderschrank, keine unkombinierbaren Einzelstücke, die man im Shirt-Stapel immer wieder ganz nach unten schiebt.

Ms. Fisher, Elle Puls und Fantantisch haben daraus ein großes Projekt mit dem Hashtag #myspringessentials gemacht. Sie berichten abwechselnd über ihre Gedanken, Konzepte, Pläne und Ziele.
Und auch Ricarda hat sich vorgenommen, dieses Jahr aufs Shoppen zu verzichten und den Kleiderschrank mal komplett auf den Kopf zu stellen.

Und ich nun auch.
Warum?

Ich war eigentlich nie der Typ Mensch, der in einen exessiven Shoppingrausch gerät, dazu bin ich zu wählerisch. Teile für eine Saison kommen mir schon lang nicht mehr ins Haus. Und schon gar nicht zu Schleuderpreisen. Ich gebe gerne etwas mehr aus, wenn das Kleidungsstück für mich perfekt ist. Aber leider trifft das selten zu. Ab und zu nehme ich deswegen dann Abstriche in Kauf. Und bereue sie dann nach kurzer Zeit doch. Sehr viele meiner Klamotten (inkl. Schuhe) sind auch second hand. Da habe ich sogar noch öfter einem Teil eine neue Chance gegeben, die sich nicht durchsetzen konnte. Dazu kommt, dass sich mein Kleidungsstil etwa in den letzten zwei Jahren stark verändert hat und es immer noch tut. Neue Farben, neue Schnitte. Aber so richtig trennen kann ich mich vom Alten dann doch nicht. Und last but not least: Ich habe gerade Freude daran gefunden, etwas für mich zu nähen und es auch wirklich zu tragen. Ein paar ausgewählte Selfmadeteile sind wirklich Lieblinge geworden. Dieses Sortiment würde ich gern vergrößern. Viele andere liegen allerdings nur noch im Schrank, weil ich mich noch nicht zum aussortieren überwinden konnte…
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden. Ich blicke in den Schrank und sehe mehr Teile, die ich NICHT trage. Second-Hand-Asyl für Teile, die ich nach der Anprobe NIE mehr getragen habe. Einzelstücke, die ich irgendwie mag, die sich aber schlecht kombinieren lassen.
Konsequenz: Ich wünsche mir mehr Klarheit, mehr Struktur und mehr Möglichkeiten. Und mehr alltägliches Selbstgenähtes.

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Wie gehe ich das ganze jetzt an?

Ich habe vor ein paar Tagen meinen Kleiderschrank komplett ausgeräumt (Ok, außer Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche ;)), auf dem Wohnzimmerboden ausgebreitet und erstmal drei Stapel gemacht:
1. Trage ich oft und viel in den letzten Monaten
2. Trage ich nicht sooft, aber ich mag es sehr gern
3. Habe ich nie/ewig nicht getragen, Farbe passt nicht mehr, sitzt eigentlich nicht gut, war ein Asylteil

Stapel drei, es wurde eine blaue Ikea-Tüte voll, ist zu meiner Mama gewandert. Erstmal aus den Augen aus dem Sinn. Zum Wegschmeißen konnte ich mich nicht durchringen, vielleicht mag ich bestimmte Dinge nächste Saison doch wieder. Aber wenn ich nach einem Jahr immer noch nichts davon vermisse, kommt es in die Altkleidersammlung.
Stapel zwei besteht im Moment aus einer Handvoll Teilen. Die hab ich erstmal beiseite geräumt und hab noch keinen Plan, was ich damit anstellen werde.
Stapel eins war zum Glück dann doch noch recht groß, sodass sich etwas damit anfangen ließ. Um mir einen Überblick zu verschaffen, sortierte ich sie nach Farben. Heraus kam folgendes:

meinepalette

Tannengrün, senfgelb, dunkelrot, marineblau, beere, schwarz, grau, weiß, graubeige und beige. Das sind meine Farben. Grün, beige, Lilatöne und gelb mag ich schon lange und habe es viel mit dunkelbraun kombiniert. Grau, schwarz und weiß sind eher neu, aber sehr toll. Irgendwie schicker und „erwachsener“ als die Erdtöne, die ich vorher trug. Ganz neu sind dunkelblau und rot. Das habe ich wirklich jahrelang gar nicht getragen, das letzte Mal vielleicht in der Grundschule. Mag ich jetzt aber wirklich sehr gern, da sind ein paar aktuelle Lieblingsteile dabei. Warum so plötzlich? Tja, wenn ich das wüsste… gefällt mir irgendwie einfach.

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So. Jetzt liegen meine Sachen gut sortiert hier vor mir auf dem Boden. Sogar schon inklusive Tücher und Nagellacke. Und jetzt? Ich habe keine Ahnung :D Es muss ein Plan her. Ich möchte eine Frühlingsgarderobe, dass heißt, ich werde im nächsten Schritt wohl erstmal dicke Pullis und Hosen beiseite nehmen. Und dann mal eine Bestandsaufnahme machen, wie viele Hosen, Röcke, Kleider und Oberteile ich habe. Und ausprobieren, was ich noch brauche. Ob ich vielleicht noch um ein oder zwei Farben reduzieren kann. Ob vielleicht noch eine neue Farbe dazukommen muss/darf. Eine helle vielleicht. Wie mint. Oder koralle. Ist ja doch sehr düster und gedeckt alles…
Dann entscheide ich, was ich nähen mag/kann oder was ich besser kaufen sollte. Ich würde natürlich gern alles nähen, aber diesmal steht für mich mein Perfektionsanspruch im Vordergrund. Ich will nicht nur was „tragbares“, sondern was perfektes. Da muss ich dann abwägen, wie sich das am besten realisieren lässt: Durch selbernähen oder durch kaufen. Danach muss ich dann auch ein Blick auf Schuhe, Jacken und Taschen werfen. Puh, das Projekt wird wohl doch ein wenig größer werden, als ich dachte…

Aber ich habe Lust drauf. Und ich lass mich selbst mal überraschen, wohin mich das führen wird! :)

Vielleicht hat noch jemand Lust mitzumachen?

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