{Sewing Steps On Sunday} Applizieren mit Zickzackstich

Heute geht es endlich weiter mit den Sewing Steps!
Ich zeige euch eine Möglichkeit, wie man kleine Applikationen anfertigen kann. Bevor ich eine Stickmaschine hatte, habe ich auf diese Weise Nähstücke mit Namen oder Anfangsbuchstaben individualisiert. Es macht ein bisschen Arbeit und man braucht Geduld, aber ich finde das Ergebnis noch immer sehr schön. Ich sollte man wieder öfter applizieren, anstatt „mal eben schnell“ zu sticken… :)

Du brauchst dazu ein Stoffstück, auf das die Applikation aufgebracht werden soll und kleine Stoffstücke für die Applikation an sich. Ich habe für dieses Beispiel drei Orangen aus einem Musterstoff ausgeschnitten und dazu ein Stück Stoff vorbereitet, dass zu einem Schriftzug verarbeitet werden soll. Daneben benötigt man Vliesofix (beidseitig klebend) und farblich passendes Nähgarn.

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Zuerst werden die Stoffstücke auf das Vliesofix gebügelt. Hierzu schneide ich die runden Formen erstmal nur grob aus, so lässt es sich leider bügeln. Wenn nämlich etwas von dem Kleber auf Brett oder Eisen gelangt, ist das echt eine Schweinerei…

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Nach dem Aufbügeln können die Formen genau ausgeschnitten und die Folie abgezogen werden. Für den Schriftzug bleibt die Folie erstmal noch drauf. Darauf werden nämlich jetzt die Buchstaben gezeichnet. Und zwar spiegelverkehrt! Ich habe mich für das Wort RELAX entschieden, also fünf Buchstaben. Damit die auch alle gleichgroß werden, habe ich mir mithilfe eines Geodreiecks fünf gleichgroße Rechtecke auf das Papier gezeichnet. Darin habe ich dann freihand die Buchstaben gezeichnet und ausgeschnitten. Erst nach dem Ausschneiden kann auch hier das Papier abgezogen werden.

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Jetzt alle vorbereiteten Formen und Buchstaben wie gewünscht auf dem Stoff anordnen und vorsichtig festbügeln. Das hält bombenfest und die Nähte sind beinahe ein Kinderspiel, da hier nix verrutschen kann.

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Ich benutze einen breiten (3.0), aber engen (0.3) Zickzackstich dafür. Dabei sollte die Nadel einmal in die Applikation und einmal knapp daneben in den Trägerstoff stechen. So verschwindet der Rand unter der Naht. Fange langsam an zu nähen und lasse den Stoff nur von der Maschine transportieren. Nicht schieben oder ziehen (dann wird der Zickzack unregelmäßig), nur führen und die Richtung vorgeben. Du brauchst den Anfang der Naht nicht verriegeln, nähe am Ende (wenn du einmal um die Form rum bist) einfach ein Stück der Naht doppelt. Das reicht zum Vernähen.

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Wenn du „um die Ecke“ nähen musst, wie bei den Buchstaben, lässt du die Nadel an der Ecke im Stoff stecken, hebst das Nähfüßchen an, drehst den Stoff um 90 Grad, senkst das Füßchen wieder und nähst weiter.
Tipp: Bei Außenecken die Nadel immer neben der Appli im Trägerstoff stecken lassen. Bei Innenecken in der Appli stecken lassen. Dann lässt sich am saubersten weiternähen.

So mit allen Formen und Buchstaben verfahren und fertig!

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Obwohl ich solche Applis schon seit Jahren mache, passieren mir immer noch kleine Fehler. So auch diesmal. Diese habe ich aber nicht aufgetrennt, um sie euch zu zeigen:

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Links: Das passiert, wenn ich irgendein billiges Nähgarn als Unterfaden nehme. Der Stoff wird nicht richtig transportiert, näht an einer Stelle zu viel und dafür an einer anderen gar nicht. Ein optimales Ergebnis bekomme ich nur, wenn ich als Ober- und Unterfaden genau dasselbe Garn nehme.
Rechts: Hier habe ich nicht aufgepasst und habe die Nadel an der falschen Seite stecken lassen, als ich das Stoffstück gedreht habe. Dann beginnt die neue Naht nämlich nicht genau da, wo die vorherige aufgehört hat… ;)

Generell lohnt es sich aber, solche Fehlerchen sofort auszubessern. Sonst ärgert man sich ewig. ;)

Der Stoff mit der fertigen Applikation kann nun zu einer Tasche, einem Kisschen oder tausend anderen Sachen weiterverarbeitet werden. Viel Spaß dabei! :)

Wenn irgendetwas schief geht oder ich etwas schlecht erklärt habe, scheut euch nicht zu fragen! :)

Einen schönen Start in die Woche wünsche ich euch!

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