{Diskussion} Sind wir alle individuell?

Willkommen zu meiner neuen Kategorie:
Die Diskussion.
Im letzten Jahr bin ich auf facebook mehreren (Näh-)Bloggergruppen beigetreten, um mich ein wenig mit Gleichgesinnten auszutauschen. Letzten Endes sind nur einige wenige Gruppen übrig geblieben, in denen ich mit wirklich wohlfühlte. Die meisten habe ich nach wenigen Tagen wieder verlassen. Das lag zum einen an der täglichen Flut von Beiträgen, die ich gar nicht alle lesen konnte (wie viel Zeit manche Menschen wohl am PC verbringen?!) und zum anderen an dem unerträglichen Umgangston. Kritik wurde grundsätzlich abgelehnt, Fragen als „Dumm“ bezeichnet, Personen direkt beleidigt… unglaublich.
Daher regte sich in mir der Wunsch, mal vernünftig über ein (näh-)bloggerbezogenes Thema zu diskutieren und auch Pro- und Contraargumente zu sammeln. In ein, zwei Gruppen geht das super, aber ich möchte gern auch mal die Meinung von Leuten außerhalb von facebook hören. Deshalb stelle ich nicht bloß eine Frage in eine solche Gruppe, sondern erfinde diese neue Kategorie für meinen Blog!

Erstes Thema: Sind wir alle individuell?

Eigentlich ist das Thema schon uralt. Und man kann es natürlich irgendwie auf jede Lebenslage beziehen. Ich möchte es aber ein bisschen spezifizieren und über Blogger sprechen. Nicht nur allgemein, sondern auch konkret über die kreativen (Näh-)Blogger.

Ein Blog und sein Blogger

Schon bevor ich selbst angefangen habe zu bloggen, habe ich es bereits wahrgenommen: Es gibt einige einzigartige besondere Blogs, die mich sofort in ihren Bann gezogen haben. Es gab aber auch viele, die einfach nur gleich waren. Zu der Zeit war anscheinend gerade so ein Header angesagt, der nur aus einer Pfütze Aquarellfarbe und einem schnörkeligen Schriftzug bestand. Der Blog war meist in pastell gehalten und im schlimmsten Fall zog der Mauszeiger noch einen Glitterschweif hinter sich her. Und dann sah ich überall die selben Dinge. Washitape und was ich alles damit bekleben kann. Individuelles Upcycling eines alten Shirts, indem ich einfach die Säume abschneide und mit einem Stoffmalstift ein Zitat vorn drauf schreibe. Simple Nähanleitungen für Kissenhüllen.

Ok. Das war noch nicht das schlimme. Die Ideen waren meistens wirklich toll fotografiert und in Szene gesetzt. Und manche Sachen habe ich auch zum Nachmachen irgendwo abgespeichert.
Was mich daran aber wirklich nervte: Alle fanden das so schön und einzigartig! Ich las Kommentare wie: „Wow, tolle Anleitung, das muss ich sofort nachmachen!“ oder „Schöner Blog und noch schönere DIY-Ideen!“. Irgendwie war da einfach nur alles schön und toll und alle waren nett zueinander und lobten sich gegenseitig in den Himmel. Irgendwann konnte ich all diese Blogs nicht mehr auseinander halten. Alle hatten dieselbe Bettwäsche, dasselbe beschnittene Profilbild mit Teetasse in der Hand und immer irgendwelche Schriftarten im „unsaubere-Handschrift“-Stil auf den Bildern.
Das war zwar irgendwie schön. Aber eben auch nicht mehr.
Der „Wow-Effekt“ fehlte.

Alle folgen einem Hype

Bei den Nähbloggern stellte dann später dasselbe fest. Alle nähten nach dem selben Schnittmuster. Irgendeins wird immer gerade gehyped und ist auf jedem Blog mindestens dreimal zu finden. Selbst bei berufstätigen Müttern „hüpfen“ innerhalb einer Woche mehrere Kleidungsstücke von der Maschine. Weil es ja so super easy ist. Und wieder wird jedes Kleidungsstück in den Himmel gelobt. Wie schön, tolle Stoffe, steht dir super! Deine Shirts finde ich immer so besonders schön!
Oder es wird gerade irgendeine neue Stoffkollektion beworben und jeder spricht bereits vor Erscheinen von einem „Must Have“. Sobald der Stoff dann bestellbar ist, geht der Run los und das Internet ist überschwemmt von Beiträgen, bei denen einer aussieht wie der andere. Alle vernähen denselben Stoff. Und wieder liest man Millionen Kommentare: So hübsch! So toll! So besonders! So einzigartig!

Ich will mich nicht davon ausnehmen, auch mal einem Trend zu folgen. Manchmal ertappe auch ich mich dabei, mit der breiten Masse zu schwimmen. Das zu machen, was alle machen. Und manchmal hab ich auch überhaupt kein Problem damit. Das Kimono-Tee habe ich auch genäht. Weil mir die Schlichtheit gefällt. Und erst vor kurzem die Lynn, weil der Schnitt passend zu meinem Hoodie-Näh-Wunsch erschienen ist.
Dafür ist die Community schließlich da. Zur gegenseitigen Inspiration, zum Tipps geben und ja, auch zum Nachmachen. Anleitungen, Tutorials und sogar Videos laden direkt dazu ein.

Wo bleibt die Kreativität?

Was ich mich letzten Endes frage und weshalb ich mich überhaupt damit auseinandersetze: Ich finde es so schade, dass da irgendwie die Kreativität und die Persönlichkeit auf der Strecke bleibt!
Wie bereits in der Einleitung beschrieben: Ich konnte all die Blogs nicht mehr auseinanderhalten. Ich las bei feedly einen Post und musste hinterher nachschauen, was für ein Blog das nochmal war. Weil ich es weder an den Inhalten, noch an den Fotos, noch am Schreibstil erkannt habe…
Was ist mit Kreativität?
Was ist mit Persönlichkeit?
Wo bleibt das „gewisse Etwas“, das mich dazu bringt, den nächsten Beitrag dieses Blogs kaum noch erwarten zu können?

Und der Grund?

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass man sich nicht mehr traut. Sich nicht traut, aus dem Rahmen zu fallen. Sich nicht traut, mal was zu machen, was keiner kennt. Sich nicht traut, gegen Wände zu fahren. Sich nicht traut, mal auf sich allein gestellt zu sein.
Oh, alle machen das jetzt. Dann muss das cool sein. Dann brauche ich das auch. Dann muss ich das jetzt machen.

N Scheiß muss ich.

***

Achtung: Leicht überspitzt und mit Hang zur Dramatik geschrieben. Mit Absicht. Weil ich gespannt bin, was ihr zu dem Thema zu sagen habt! :)

Was bedeutet für euch Individualität?
Wie wichtig ist sie euch bei einem Blog?
Seit ihr genau so genervt von diesem Einheitsbrei?

19 Kommentare

  1. Hallo Bananenmarmelade (deinen Vornamen weiß ich gar nicht :x),

    ich bin jetzt schon eine Weile stille Leserin von deinem Blog, eben weil ich dieses „Wow, wie schön“, „Super gemacht“ und so Kram unnötig und unsinnig finde. Wenn ich einen Kommentar schreibe, dann auch nur wenn ich etwas zu sagen oder eben eine Frage zu dem Post habe. So wie eben jetzt.

    Ich finde du hast dir da ein interessantes Thema rausgesucht und ich bin voll deiner Meinung. Ein Blog ist bzw. war mal als eine Art Online-Tagebuch gedacht und so sehe ich meinen Blog auch. Ich schreibe ihn in erster Linie für mich und vielleicht noch für diejenigen, die es interessiert was ich so werkel. Schön, wenn einer einen kleinen Kommentar da lässt, klar, da freut man sich, aber wenn nicht ist das auch ok.

    Ich habe auch schon oft gehört, dass sich eine regelrechte „Kommentierst du bei mir, dann kommentier ich bei dir“- Regel entwickelt hat und wehe du hälst dich nicht dran… Aufgrund dessen (und sicher noch aus anderen Gründen) wurde die Kommentar-Option bei einem Blog, den ich gerne verfolge, auch schon ganz ausgeschalten. Verständlich einerseits, schade andererseits.

    Ich persönlich finde, dass jeder seinen Blog als ein Stück von sich Selbst betrachten und ihn entspechend gestalten und mit Inhalt füllen sollte. Ganz individuell und ohne Rücksicht darauf, ob das nun gerade „IN“ ist oder eben nicht. Klar sollte man auch konstruktiver Kritik immer offen sein. Aber mal ehrlich: Wie oft kommt das heute noch vor?

    Da ich eh gerade einen Roman schreibe (noch ein Grund, warum ich selten einen Kommentar verfasse ;) möchte ich dir an dieser Stelle sagen, dass ich sehr gerne bei dir reinschaue. Auch wenn ich bisher noch kein Rezept nachgekocht habe und eigentlich auch eher selten an der Nähmaschine sitze, schaue ich gerne hier vorbei und lese deine Posts. Ich mag deinen Stil und finde es interessant, was du so alles zauberst.

    Nun aber genug von mir. Mich würde auch interessieren, was andere zu diesem Thema zu sagen haben. Bin gespannt!

    LG LadyD.

    1. Hallo LadyD.,
      danke für deinen Kommentar! Solche von stillen Lesern freuen mich immer sehr :)
      Ich sehe es auch so, dass der Blog quasi ein Stück von mir selbst ist, also nur mich selbst wiederspiegelt. Manchmal bin ich damit vielleicht im Trend, manchmal aber auch nicht. Der Blog ist einfach ich. Nicht mehr, nicht weniger.
      Und ja, konstruktive Kritik ist auch so ein Ding… Manche wollen ja nicht mal diese hören…

      Liebe Grüße!

  2. Huhu :)

    Also, ich finde es zu aller erst mal sehr mutig von dir, dass du das so offenlegst. Denn ich habe das Gefühl, dass man sowas in dieser Community nicht sagen darf! Und seit ich bei der pattydoo Gruppe in Facebook dabei bin, bestätigt sich mir das…und genau das, was du beschrieben hast: Einheitsbrei, dabei sein, und am besten gleich sofort auch sowas nähen, mit den neuesten Stoffen. Ich frage mich immer, wie diese Frauen das alles schaffen… ich schaff es grad so momentan mich am Wochenende hinzusetzen und gezielt was zu nähen. Und ich habe keine Kinder, ich habe „nur“ meinen Beruf. Als mir dann in einer Nähgruppe mal ein Beitrag aufgefallen ist: „Warum sehen die Nähte so hässlich aus? Außen sieht alles top aus! Was mache ich falsch? *Bild im Anhang* ist meine Overlock wohl verstellt?“ … Die Nähte waren einfach m. E. „schnell schnell“ genäht…. selbst ich, (im Moment noch) ohne Overlock hätte das mit meiner Nähmaschine sauberer hinbekommen, weil ich mir Zeit nehme… Außerdem lasse ich mich für meine Overlock einweisen… ich habe abgesehen, sie irgendwo schnell zu bestellen, damit ich sofort mit dem Nähen anfangen kann. Ich lehne mich evtl. jetzt weit aus dem Fenster, wenn ich sowas behaupte. Ich kenn mich ja selber nicht aus bzw. bin keine Schneiderin. Dennoch hat es für mich eben den Anschein, dass die Frauen Aufmerksamkeit brauchen, und das eben durch sowas recht schnell und einfach bekommen.

    Individuelle und vor allem liebevoll gestaltete Blogs und Posts sind mir wichtiger. Mir ist es egal, wie viele Follower jemand hat. Und Individuell heißt eben auch, dass man den eigenen Stil des anderen sieht und welche Gedanken hinter dem genähten Produkt stecken.
    Ich bin davon abgekommen zu nähen um genäht zu haben. Das habe ich am Anfang ganz viel gemacht. Mittlerweile möchte ich mir mehr Zeit für einzelne Stücke nehmen und sie mit Details ausstatten. Ich bin daran, meinen Stil zu entdecken, der zu mir passt (wenn es um Sachen nur für mich geht).

    Das war jetzt lang. Hab ich deine Fragen irgendwie beantwortet?
    Danke für den Diskussionsanstoß :) bin gespannt,was noch so kommt (auch von dir)

    Viele liebe Grüße!
    Ramona

    1. Hallo Ramona,
      danke für deine ausführliche Meinung! :)
      Oh ja, das hatte ich vergessen: Nicht nur, dass die das alles mal eben nähen. WANN ziehen die das alles an? Und zu welchen Gelegenheiten?
      Die Overlockfrage habe ich auch gesehen und mir fiel dazu nur ein: „Eine Spiegelreflexkamera macht von allein auch keine guten Fotos…“ Das lässt sich hier prima übertragen, finde ich ;)
      Aufmerksamkeit, kann sein. Deckt sich wahrscheinlich mit meiner Vermutung, dass viele sich einfach nicht trauen. Das machen, was alle machen. Weil man damit von denen gesehen wird, die es auch machen.

      Von deinem „Stil entdecken“-Vorsatz habe ich gelesen! Ich bin auch immer noch dran, habe aber schon viel erreicht finde ich. Da macht das Nähen echt viel mehr Spaß, wenn man vorher schon weiß, wie vielfältig kombiniert man es tragen kann!

      Liebe Grüße
      Katha

  3. Liebe Katha,
    da hast du aber mal ein interessantes Thema aufgegriffen.
    Was die Einheitsbrei-Blogs angeht, die habe ich tatsächlich auch alle gelöscht. Das sind oft auch welche, wo ich gar keine feste Kategorie erkennen kann, eher so Lifestyle: Mal Upcycling, mal Essen, mal Deko, mal Reisen -.. oft auch welche, die viel gesponsert werden. Da geht ja oft viel Persönlichkeit verloren!

    Ich bin froh, dass ich von Anfang an nähe, was mir gefällt, Schnitttechnisch. Da kann man sich natürlich mal vergreifen und was nähen, was dann doch nicht getragen wird, aber das verbuche ich unter Stilfindung und Lernen, und es freut mich irgendwie.
    Auch bei den Stoffen habe ich es durch meinen Geschmack recht leicht – gemustertes gefällt mir meistens nicht. Und der xte unifarbene graue Stoff wird eben nicht so gehypt :D

    Ich verstehe aber total, was du meinst. Diese Blogs, wo es pünktlich jede Woche zwei neue Kleidungsstücke gibt – da frage ich mich, wann die das alles anziehen. Im Moment bin ich sehr im Nähflow und schaffe mit viel Glück auch eins pro Woche, je nach Material, aber dann kommt halt doch das Leben dazwischen und man lässt es liegen.

    Eigentlich ist es so, dass ich sehr gerne nähe und stricke, und mich freue diese Dinge anzuziehen. Und natürlich freue ich mich über liebe Worte dazu, weshalb der Blog toll ist. Wobei mir die Kommentare von realen Menschen, Freunden, Familie, viel mehr bedeuten.
    Der Blog ist für mich ein Plus zu diesem Hobby, bietet viele Möglichkeiten. Aber ich würde nie für den Blog nähen, nur, um was zeigen zu können. Dann ist es halt mal ruhig, mir doch egal.

    Auch das Schönreden in Kommentaren, ih. Weil ich nicht rumpöbeln will, kommentiere ich nicht, wenn etwas mir nicht gefällt. Das sind eben oft auch Geschmackssachen, warum sollte ich der glücklichen Person, die sich was genäht hat, unter die Nase reiben, dass ich den Stoff hässlich finde? :D Bringt niemandem etwas. Wenn mich dann aber das nächste Teil inspiriert, dann schreibe ich. So.

    Ich freue mich, die Kommentare hier zu lesen!

    1. Hallo liebe Julia,
      schön, dass du dich auch zu Wort meldest! :) Dein Blog ist auch einer, den ich super gern lese. Weil du eben deinen eigenen Stil kennst und magst.
      Und ich hype uni-Grau übrigens sehr! :D

      Und ja: Ich würde auch NIE etwas nähen, nur um es zeigen zu können. Das scheint mir bei vielen auch oft so. Besonders bei diesen Bloggern, die einen Stoff zugeschickt bekommen, um daraus ein Designbeispiel zu nähen. Da denke ich oft: Das hat sie für diese Fotos bestimmt zum ersten und zum letzten mal getragen…

      Was die Kommentare angeht: Mach ich auch so. Wenn ein Teil nicht so mein Fall ist, lese den Post, zucke mit den Schultern und schließe den Blog. Wenn ich ein Teil sehe, das wirklich mega schlecht verarbeitet ist und von der Passform total daneben ist, juckt es mich manchmal in den Fingern, Tipps zu geben oder Fragen dazu zu stellen. Ich weiß nur immer nicht, ob das so gewünscht ist und wie das aufgenommen wird. Wenn ich dann in den Kommentaren nur sowas wie „Tolles Teil!“ lese, halte ich dann doch lieber den Mund… will ja auch nicht, dass es rüberkommt, als will ich irgendwas schlecht reden…

      Liebe Grüße!

  4. Morgen!
    Sehr interessantes Thema und sehr gut zusammengefasst. Ich finde auch dass die Individualität fast verloren gegangen ist…..ganz viele Blogs sind sich sehr ähnlich, es wird ganz viel Werbung gemacht. Ist auch nicht schlimm, Werbung muss auch sein, Schnittmuster müssen vorgestellt werden, sonst würden wir ja auch nicht wissen wo was zu finden ist. Aber wenn sich der ganze Blog darüber dreht und gar nix persönliches mehr dabei ist, finde ich es schade.
    Liebe Grüße,
    Lee

    1. Danke für deinen Kommentar, Lee!

      Werbung an sich finde ich noch nicht mal so schlimm. Wenn das Schnittmuster gut ist. Leider wird viel in den Himmel gehoben, was meinen Ansprüchen an ein Schnittmuster um Längen nicht genügt… Schnittmuster selbst werden das Thema des nächsten oder übernächsten Diskussionsbeitrag, da erkläre ich das dann noch ausführlicher :)

      Liebe GRüße!

  5. Glitzerschweif! Geil! LED unterm Bett, LED unterm Sofa! :D

    Na das Thema passt ja! Aber ich mein, du kannst von der Blogwelt nicht erwarten, dass sie anders ist als die echt Welt. Und in der echten Welt machen die meisten Leute das was ihnen gesagt wird und gehen den Weg des geringsten Widerstands. Und das heißt Glitzerschweif wenn alle einen haben und hipster sein, wenn das halt angesagt ist, hahaha. Ich für meinen Teil suche mir halt Blogs, die ich für individuell halte und versuche nicht was zu tun nur weil es alle tun. Ich versuche aber auch nicht individuell zu sein. Ich versuche einfach das zu machen, was ich gut finde udn das zu äußern was ich denke, auch wenn das mal unangenehm ist.
    Aber ich habe mich damit abgefunden, dass man Menschen nicht ändert und die meisten auch nicht mehr wollen als möglichst nicht aus dem Rahmen fallen, um jeden Preis.
    Freut mich, dass du das anscheinend gern tust! :)
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Okay, mir ist noch was eingefallen. Ich finds okay, wenn alle dasselbe machen, wenn sie dann damit zufrieden sind, wenn das das ist was sie wirklich wollen, ist das ja okay. Ist mir auch eigentlich egal, was die machen.. ja schon, ist mir egal!

      1. Hey Katharina,

        ja, da hast du mit deiner Martha-Berichterstattung direkt ins Schwarze getroffen :D Die Diskussion über Schnittmuster kommt als nächstes über übernächster Diskussionsbeitrag online, da verlinke ich dann gerne auf deinen Post! :)

        „Individuell sein wollen“ ist glaube ich auch etwas, was worüber man sich nciht allzu viele Gedanken machen sollte, glaube ich. Wie du sagst: Einfach man selbst sein. Das machen, was einem gefällt. Egal, was einem gefällt.
        Aber leider wirkt es auf mich so, dass manche genau DAS nciht können. Die eifern nur dem nach, was gehyped wird. Egal, ob es zu ihren Stil oder ihrer Figur passt…
        Also, sollen sie machen, wenns ihnen Spaß macht. Aber solche Blogs fliegen dann irgendwann wegen des fehlenden Wiedererkennungswerts aus meiner Leseliste, weil mich das nicht nur nervt, sondern auch langweilt…

        Liebe Grüße!

  6. Uiui da hast du mich nun aber wirklich nachdenklich gemacht. Ja, viele Schnitte und viele Stoffe werden enorm gehyped. Es kommt auch oft so weit, dass man wirklich genervt ist, die x-te Bluse von Xy zu sehen.
    Andererseits sind darunter manchmal tatsächlich Schnitte, die einem gefallen. Wenn sie aus dem Grund genäht werden, finde ich das völlig legitim. Bei mir war es am Anfang so, dass ich alle Schnittmuster haben ‚musste‘, schon aus dem Grund, weil das alles so neu für mich war.
    Mittlerweile nähe ich auch nur noch das, was mir gefällt, werkel auch mal tagelang an einem Schnitt, bis er so ist, wie ich ihn gern hätte und lasse mir auch beim Nähen soviel Zeit, wie ich eben brauche. Damit ich das, was ich da fabriziere auch tatsächlich trage.
    Auch meine Blogbeiträge sind weniger geworden, die Fotos sind ähnlich schlecht ^^ Aber wenn ich ehrlich bin, bin das einfach ich. Eine Fotoleinwand und Scheinwerfer auszubauen, um eine kleine Tasche abzulichten, ist mir einfach zu blod. So, wies passt, wirds fotografiert.
    Was das Tragen des Genähten angeht, hast du hast Recht. Manchmal fragt man sich, ob die Leute das tatsächlich in der Öffentlichkeit anziehen ^^. Da hat sich mein Stoff-Kaufverhalten ähnlich dem Schnittkauf geändert. Viel weniger Farbe, viel weniger Muster.
    Ein spannendes Thema und ich musste wirklich in mich gehen, ob ich mich selbst an der Nase packen sollte,
    Liebe Grüße
    Caroline

    1. Liebe Caroline,
      danke für deinen Kommentar! Klar, jeder soll nähen, was ihm gefällt. Auch wenn alle anderen das tun. Aber es ist, wie du sagst:
      „Aber wenn ich ehrlich bin, bin das einfach ich“. Und genau so soll es sein :)

      Liebe Grüße!

  7. Hallo Katha,

    eine sehr interessante Diskussion hast du angeregt. Ich finde es gut, dass du das Thema mal ansprichst.
    Mir geht es ehrlich gesagt so, dass ich in diesem ganzen Blogger-Dschungel noch gar nicht durchblicke und die Meachanismen noch nicht so verstehe und ich frage mich auch, wie manche Damen das so professionell hinbekommen. Alleine, wenn ich immer die Qualität der Fotos sehe. Die müssen ja echt ein Fotostudio zu Hause haben und vor allem frage ich mich, wann machen die das alles? Ich bin froh, wenn ich etwas genäht bekomme und die Fotos dazu schießt dann mein Mann mal zwischendurch, wenn der Kleine schläft… (so siehts dann auch aus :-P). Aber eigentlich geht es ja ums Nähen, daher ist mir das nicht so wichtig.
    Ich bin allerdings auch froh, dass es so viele „Profis“ gibt, bei denen man sich Ideen für neue Schnitte oder Stoffe holen kann und die mich anspornen, noch mehr auf Qualität und Details zu achten. Sonst würde ich wahrscheinlich immer noch verzweifelt auf der Suche nach tragbaren Stoffen für Erwachsene sein und Oma-Schnitte aus der burda nähen. Auch diesen ganzen Probenäh-Hype verstehe ich noch nicht. Also klar, wenn man Stoffe zum vernähen bekommt, um daraus Designbeispiele zu nähen, das ist noch einleuchtend für mich, denn da bekommt man ja zumindest die Stoffe für lau. Aber warum alle Schnitte probenähen wollen, verstehe ich nicht. So viel Arbeit und womöglich verhunzte Stoffe, um 6,50 € zu sparen!? :-)…

    Bei mir persönlich ist es so, dass ich mir mittlerweile kaum noch Klamotten kaufe, sondern einfach selbst nähe. Ich vernähe auch nur die Stoffe, die ich wirklich auch anziehe und auch nur so viel, wie ich auch tragen kann.

    Die Blogs, die zu viel Werbung haben, lese ich mittlerweile auch gar nicht mehr. Wenn in jedem Beitrag „*enthält Werbung*“ steht, finde ich die geschriebenen Begeisterungsanfälle einfach nicht mehr authentisch.

    So, genug philosophiert. Ich finde deinen Blog sehr hübsch und spätestens durch diesen Beitrag auch verfolgenswert. Daher habe ich mal deinen Newsletter abonniert und freue mich auf weitere interessante Beiträge von dir.

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Hallo Nicole,
      danke für deinen Kommentar und dein Abo! Freu mich sehr, durch diesen Beitrag Gleichgesinnte zu versammeln! :)
      Mit dem Probenähen sprichst du was interessantes an, das Thema werde ich auch noch mal näher beleuchten.

      Liebe Grüße!

  8. Hallo liebe Katha,
    ich erinnere mich, irgendwann mal deinen Blog besucht zu haben… nun bin ich heute seit langer Zeit wieder darauf gestoßen und habe mich nun bis hierhin durchgelesen :)
    Du nähst wirklich sehr schöne Sachen und ich finde es toll, dass du deinen Stil gefunden hast und DEINEN Weg gehst (ich denke dabei an deinen aktuellsten Post mit der schönen Bluse).
    Mit diesem Post hast du ins Schwarze getroffen! Nähblogs verfolge und lese ich schon viele Jahre. Doch leider mussten immer mehr Blogs aus meinem Feed weichen, weil mir das Probenähen hier, Probenähen da, Stoffprobenähen und und und einfach nur noch lästig wurde. Wie du es ja oben schon so schön beschrieben hast :)
    Ok, sollen sie machen. Mittlerweile ist es mir egal ;)
    Ich teile auf meinem (noch jungen) Blog mit, was mir gefällt und wovon ich überzeugt bin. Ein Probenähen habe ich die letzten Wochen mitgemacht. Aber nur, weil ich in erster Linie vom Schnittmuster sehr überzeugt war :) und das ist ja die Hauptsache! Aber auf Dauer wäre es mir viel zu stressig. Ich nähe lieber nach Lust&Laune und wenn ich Kleidung brauche, die ich nirgends finde ;)
    Blind einem Trend folgen und mit dem Strom schwimmen ist nicht so mein Ding.
    Ich finde es super, dass du auch so denkst!
    Und da mir überhaupt dein ganzer Blog gefällt, würde ich gern als Leserin da bleiben… hast du Bloglovin? Oder wie könnte ich dir folgen? Weil Instagram, fb und so hab ich nicht… ;)

    Ganz liebe Grüße, Esther

  9. Ich finde auch, dass die ganzen T-Shirt, Hoodie oder Muttinäherinnen manchaml echt gruselig sind. Nein, wenn man die gleichen 5 neuen Bioprintjerseys immer ander kombiniert, wird es nicht individuell. Man kann Kapuzenpullies nur auf so-und-so viele Arten nähen, wir brauchen nicht 500 Schnitte dazu. Ich halte auf meinem Blog einfach fest, was ich nähe. Und ja, manchmal bin ich produktiv und nähe 4-5 Sachen an einem Wochenende. Ich trage fast alles was ich nähe regelmässig. Manche Sachen – wie mein Silvesterkleid- gehen eben nur Anlassbezogen.

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