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{Diskussion} Warum du mit dem Nähen anfangen solltest

Als ich mir 2011 als Studentin meine erste eigene Nähmaschine wünschte, erntete ich von meinem damaligen Freund nur verständnislose Blicke: Nähen?! Das klingt so häuslich, geradezu hausmütterlich…total altbacken. Trotzdem erfüllte er mir meinen Geburtstagswunsch. Und ich bin diesem Handwerk seitdem absolut verfallen! Gerade entstehen hier wieder ein paar schöne Dinge, die ich dann nach und nach auf dem Blog zeigen möchte. Dafür brauch ich aber noch ein bisschen Zeit.
Deshalb erzähle ich dir heute, warum ich finde, dass auch DU unbedingt mit dem Nähen anfangen solltest!

Mit dem Nähen anfangen

Für das stolze Gefühl, etwas erschaffen zu haben

Für mich einer der wertvollsten Gründe und deswegen gleich an erster Stelle: Es ist toll, etwas mit den Händen zu erschaffen. Das kreative handwerkliche Arbeiten steht für viele Menschen im Gegensatz zu dem, was sie beruflich tun. Deshalb eignet sich das Nähen perfekt als ausgleichendes Hobby. Und anders als beim Sport oder beim Fernsehen hat man hinterher etwas in der Hand. Etwas, zu dem du sagen kannst: „Das hab ich selbst gemacht und ich bin stolz darauf.“
Ich habe mir ganz zu Anfang meiner Nähkarriere einen Loopschal genäht und den dann oft in der Uni getragen. Es gab viele Komplimente und nette Worte dazu. Und sind wir mal ehrlich: Gibt es was schöneres, als Komplimente für das eigene Tun?

Neues Lernen hält das Gehirn auf Trab

Neues Lernen fand ich zu Schulzeiten immer äußerst anstrengend. Oft ist man froh – da schließe ich mich nicht aus – wenn man später nicht mehr so viel Lernleistung erbringen muss. Dabei kann lernen so viel Spaß machen, besonders das learning by doing! Ich bin immer noch begeistert bei der Sache, google alle Techniken und Begriffe, die ich noch nicht kenne. Lernen hilft, die grauen Zellen nicht einrosten zu lassen. Du kannst natürlich auch jeden Tag ein Sudoku lösen oder Chinesisch lernen. Aber Nähen finde ich dann doch viel schöner! :)

Mit dem Nähen anfangen

Entspannung, Auszeit nehmen

Wenn ich nähe, verkrieche ich mich regelrecht. Ich mache die Nähzimmertür hinter mir zu, mache einen guten Film oder ein Hörbuch an und stelle mir eine Kanne Tee bereit. Und dann lasse ich mich eine Weile von nichts und niemandem stören.
Nähen ist meine Auszeit. Wenn ich an einem Wochenende mal so gar nichts vorhabe, kommt es auch mal vor, dass ich einen ganzen Samstag an der Maschine sitze und vor lauter Entspannung das Handy auf dem Küchentisch liegen lasse. An einem solchen Tag kam sogar mal abends eine Nachricht meiner besten Freundin: „Hallo? Alles gut bei dir? Du warst ja den ganzen Tag noch nicht online!“… Auszeit gelungen, würde ich sagen!

Individualität

Wer nähen kann, ist klar im Vorteil. Dann hast du nämlich etwas, das andere nicht haben. Egal, ob Sofakissen, Gardinen, Handtaschen, Kleider oder Jacken: So ein Teil wie du hat niemand. Egal, ob du es schlicht und einfarbig magst, oder alle Farben des Regenbogens in hundert kleinen Mustern unterbringen willst. Nichts ist unmöglich. Ich gebe zum Beispiel gar nichts (mehr) auf die Farben, die die Modeindustrie als aktuellen Trend vorgibt. Ich steh auch dieses Frühjahr wieder auf Mintgrün. Wenn Hennes und Mauritz das anders sehen, kann mir das ziemlich egal sein. Ich näh mir meine mintgrüne Hose dann einfach selbst.

Wünsche erfüllen und Vorstellungen verwirklichen

Oft habe ich bei einem Kleidungsstück eine ganz bestimmte Vorstellung. Im Moment ist es eine Tasche für die Schule. Die einen Schultergurt zum Quertragen haben soll, aber auch Henkel, mit denen ich die Tasche über eine Schulter tragen kann. Möglichst in Grautönen, gern mit Leder abgesetzt. Ein silberner Reißverschluss schwebt mir vor, aber bloß keine Taschenklappe. Und kleine Taschen, eine innen und eine außen für Schlüssel, Handy und Co. Sie muss groß genug sein, damit ich all meinen Kram mitschleppen kann…
Ihr merkt schon, das würde beim Kaufen nicht einfach werden. Irgendwas passt mir immer nicht. Also sammel ich schon Schnitt- und Stoffideen, um mir die Tasche diesen Sommer zu nähen. Nur dann sieht sie nämlich genau so aus, wie ich sie mir vorstelle!

Und?
Überzeugt?
Falls du dem Nähen selbst schon verfallen bist: Was war dein Grund mit dem Nähen anzufangen?

3 Kommentare

  1. Also bei mir hat eine frustrierende Shoppingtour den Startschuss gegeben (bzw das Interesse wurde geweckt). Damals fand ich keine passenden BHs und dachte mir „mach ich die mir halt selbst, das kann doch nicht so schwer sein!?“. Im Nachhinein ziemlich größenwahnsinnig aber mittlerweile habe ich mich durch die Oberbekleidung durchgearbeitet und komme wieder zurück zum BH-Nähen…ein wundervolles Hobby! :)
    LG Maria

    • Ja, die Passform! Noch ein guter Grund!
      Aber BH’s sind da ja echt eine Nummer, da traue ich mich heute noch nicht ran…
      Trotzdem ein wundervolles Hobby, da geb ich dir Recht! :)

      • BHs nähen ist an sich nicht schwer, aber das Anpassen hat es manchmal in sich… ;)
        Was mir noch zu der obigen Liste eingefallen ist: Man kann nicht nur seine Vorstellungen und Wünsche erfüllen- es hat auch was von Freiheit (–>den gewünschten Mantel gibt es in meiner Größe und Farbe nicht zu kaufen oder ist lausig verarbeitet? Na gut, dann mach ich mir halt selber einen-ätsch… ;))
        LG

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