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{Diskussion} Nachhaltige Ideen für die Fastenzeit – mit denen du sofort beginnen kannst!

In drei Tagen, am Aschermittwoch, beginnt die Fastenzeit. Fasten ist schon längst nicht mehr nur eine religiöse Tradition, sondern wird auch unter gesundheitlichen Aspekten als nützlich betrachtet. Auch wird die Fastenzeit mittlerweile von vielen Menschen als Zeit des Zu-sich-Findens, des Loswerdens von Lastern oder schlicht als Experiment genutzt.

Ich selbst habe 2016 das erste Mal bewusst gefastet, im Rahmen des #projektzuckerfrei von Hannah Frey. Das habe ich sehr konsequent durchgezogen, seitdem esse ich generell kaum noch Zucker und insgesamt viel gesünder. 2017 und 2018 habe ich es dann für mich erweitert: Ich verzichtete nicht nur auf Zucker (das war kaum noch eine Herausforderung), sondern auch auf Alkohol und Kaffee. 2017 hatte ich sogar zusätzlich noch eine LowCarb-Phase.

Dieses Jahr trifft mich der Beginn der Fastenzeit irgendwie unvorbereitet, das Jahr vergeht so unglaublich schnell. Trotzdem war ich mir sofort sicher: Dieses Jahr suche ich mir eine neue Herausforderung! Zucker und Alkohol konsumiere ich eh sehr übersichtlich und auf Kaffee mag ich gerade nicht verzichten, sondern ihn eher bewusst genießen. Deshalb habe ich mehrere Dinge überlegt, für die ich die diesjährige Fastenzeit nutzen könnte. 40 Tage für ein Experiment, eventuell mit dem Ausblick, es auch länger durch zu ziehen. Vielleicht ist da auch etwas für dich dabei?

1. Plastik fasten

Auf Plastik zu verzichten ist – habe ich nach kurzer Recherche festgestellt – schon seit einigen Jahren ein Fasten-Trend. Für 40 Tage kein Plastik, als nicht aus Plastik benutzen und nichts Plastik verpacktes kaufen. Hm, wenn ich mich so umsehe: Kein Wasserkocher, kein Fön, kein Laptop, keine Nachttischlampe, keine Winterstiefel… bei genauerem Hinsehen ist vieles, was ich alltäglich benutze, aus einem Kunststoff. Beim Einkaufen hätte ich vor allem bei Milchprodukten und Nüssen ein Problem. Vielleicht ist das für dich genau die richtige Herausforderung?

2. Tierische Lebensmittel fasten

Sprich: 40 Tage vegan leben. Der ideale Zeitraum, um auszuprobieren, ob man längerfristig ohne Milch, Joghurt, Quark, Käse und Eier klar kommen würde. Oder, wenn du bisher auch Fleisch isst: Wie wäre es vorerst mit 40 Tagen vegetarisch? Für Spontane: Natürlich kannst du deine Vorräte auch erstmal aufbrauchen in den nächsten Tagen und dann eben ein paar Tage später beginnen. Das ist nicht verboten ;)

3. Müll fasten

Wenn dir das Plastikfasten wegen der alltäglichen Produkte unmöglich erscheint, vielleicht könntest du dir vorstellen, in den nächsten 40 Tagen so wenig Müll wie möglich zu produzieren? „Zero Waste“ ist ein Thema, dass schon seit einiger Zeit durch Social Media geistert, du könntest also viele Anregungen finden, deinen Alltag so zu gestalten, das weniger Müll anfällt. Auf meinem Blog findest du z.B. eine Nähanleitung für leichte Beutel, mit denen du lose gekauftes Obst und Gemüse nach Hause transportieren kannst. Käse und Wurst kann man sich in vielen Supermärkten mit Frischtheke in die eigene Box füllen lassen. Brot und Brötchen gibt der Bäcker sicher auch in deinen Jutebeutel und der Coffee to go fällt halt mal aus. Und mit dem selbstgemachten Deo sparst du nicht nur Verpackungsmüll, sondern auch an bedenklichen Inhaltsstoffen. Überhaupt keinen Müll zu produzieren ist nahezu unmöglich. Aber wenn du in 40 Tagen z.B. nur einen 10-Liter-Eimer füllst, wäre das doch ein mega Ergebnis!

4. Einkaufs-/Konsumfasten

Dieser Punkt ist recht allgemein gehalten und bietet deshalb viele Möglichkeiten: Wenn du einen gut gefüllten Vorratsschrank hast, wie wäre es, die nächsten 40 Tage nur davon zu leben und keine neuen Lebensmittel zu kaufen? Wenn du gerne shoppen gehst, was hältst du davon, bis Ostern keine neuen Klamotten zu kaufen? Oder wäre es nicht eine spannende Herausforderung, mal nur das zu kaufen, was in Deutschland produziert wurde und auf „exotische“ Importe zu verzichten? Frage dich selbst: Was ist konsumtechnisch mein größtes Laster? Wovon kaufe ich regelmäßig zu viel und zu unüberlegt? Welche Angewohnheiten möchte ich in diesem Zusammenhang gern ändern?

5. Medien/Social Media fasten

Im Freundeskreis höre ich es viel zu oft: Fast jeder ärgert sich regelmäßig, wie viel nutzlose Zeit man doch am Smartphone verdaddelt. Andere regen sich über ihre Faulheit vor dem Fernseher auf: Wenn ich wenigstens nebenbei die Wäsche aufgehängt hätte! Aber nein, ich hab wieder nur nutzlos rumgesessen.

Versteht mich nicht falsch, ich gucke mit meinem Mann abends gerne ein zwei Folgen einer Serie und versinke auch oft in meinem Handy, wenn ich zu irgendeinem interessanten Thema von Blogartikel zu Blogartikel springe und nicht aufhören kann zu lesen. Darum geht es hierbei nicht. Sondern eher darum, dass man sinnlos durch facebook scrollt, Mopsvideos anschaut oder wieder auf irgendeinen clickbait-Artikel hereinfällt. Oder auch die sinnvolle Auswahl einer Serienfolge oder eines Films, anstatt einfach den Fernseher anzumachen und vor irgendeinem Trash hängen zu bleiben. (Das ist für mich manchmal wirklich wie ein Unfall: Ich kann nicht NICHT hingucken :D)

Braucht man das wirklich? Ich denke nein. Es geht hier also nicht um den kompletten Verzicht auf die Geräte, sondern eher um einen sinn- und maßvollen Umgang damit. Oder eben, wie du es für dich interpretieren magst.

Nachhaltig fasten: Im doppelten Sinne!

Für manche bleibt es ein 40-Tage-Experiment: Die kehren nach Ostern zu alten Gewohnheiten zurück und haken das Projekt als (nicht) erfolgreich ab. Ich glaube allerdings, dass die Mehrheit die Fastenzeit als Chance sieht: Einen festen Rahmen zum Antesten und Ausprobieren, ob ich auf etwas bestimmtes irgendwie verzichten kann. Ob mir das was gibt, ob ich mich damit – bzw. ohne! – besser fühle. Und mit der Aussicht: Wenn es sich wie ein Schritt in die richtige Richtung anfühlt, es über die Fastentage hinaus durchziehen und zu einer neuen Gewohnheit machen. Und das schöne an der Fastenzeit ist: Viele nutzen sie! Du findest mit Sicherheit Gleichgesinnte, mit denen du dich austauschen kannst! Zum #projektzuckerfrei vor drei Jahren trat ich einer Facebook-Gruppe bei, die ich sehr inspirierend und hilfreich fand.

Wenn du also eine Gruppe oder einen Projekt-Hashtag zu einem meiner Ideen kennst oder damit starten willst: Ich freu mich, wenn du mir das dann in den Kommentaren verlinkst! :)

Mein Projekt: Go vegan!

Ich habe tatsächlich lange hin und her überlegt, welche Herausforderung für mich am meisten Sinn macht. Ich bin vielen Jahren Vegetarierin und auch seit einiger Zeit dabei, Müll und Plastik zu reduzieren. Um das ganze jetzt zu verschärfen, möchte ich versuchen, mich 40 Tage rein pflanzlich zu ernähren. Lange Zeit habe ich immer wieder gesagt, ich könnte mir nicht vorstellen, auf Jogurt und Käse zu verzichten. Jetzt möchte ich es einfach mal ausprobieren, weil ich schon häufig gelesen habe, dass eine vegane Ernährung am klimafreundlichsten ist. Ein netter „Nebeneffekt“ ist (hoffentlich), dass ich so auch noch mal etwas an Verpackung spare, weil ich keine Sahne, Jogurt, Quark etc. mehr kaufen muss bzw. möchte.

Und du so? Hast du vor, die Fastenzeit zu nutzen? Oder kannst du damit gar nichts anfangen?

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